Sonntag, 21. September 2014

Systemschwerpunkt

Mit meiner aktuellen Manta möchte ich wieder einige Experimente mit den Anhängen (Schwert & Ruder) machen. Um erst mal ein Gefühl zu bekommen wie sich der Systemschwerpunkt bei verschiedenen Schwertlängen und Bleigewichten verändert habe ich diesen in diversen Varianten ermittelt. Gemacht habe ich das wieder nach der hier vorgeschlagenen Bleistiftmethode.
Der Versuchsaufbau ist denkbar einfach, man braucht ein kleines Podest und einen 6-Eckigen Stift. Hier wird das segelfertige Boot nun aufgelegt und solange verschoben bis es in der 'Waage' liegt. Nun kann das Maß von Bleistift bis Rumpfboden gemessen werden und man erhält so eine aussagekräftigen Wert für den Systemschwerpunkt. Sinnvollerweise sollte man dazu noch den Rumpftiefgang addieren, so erhält man ein Maß Systemschwerpunkt - CWL das sich nun auch mit einem anderen Rumpfdesign vergleichen lässt.

Schon meine erste Manta hatte ich ja auf den Bleistift gelegt und so einen Wert ermittelt.
Hier nochmal der Versuchsaufbau und die Werte von damals.
Nun ist ein einzelner Wert relativ nutzlos und mich hat interessiert wie er sich bei verschiedenen Schwertlängen und Bleigewichten verändert.
Also mit dem gleichen Versuchsaufbau die neue Manta auf den Bleistift gelegt und eine kleine Versuchsreihe gestartet.
Der neue Rumpf ist ein paar Gramm leichter geworden, ich habe aber das selbe Rigg drauf gestellt so das die Daten in etwa vergleichbar seien sollten.

Manta #13 - Systemschwerpunkt                      
Bleigewicht  Schwertlänge    Schwerpunkt zur CWL
550g         @300mm          180mm
600g         @300mm          188mm
650g         @300mm          196mm
600g         @350mm          220mm
510g         @280mm          164mm

Die erste Manta hatte damals..
Manta #1  - Systemschwerpunkt                      
Bleigewicht  Schwertlänge    Schwerpunkt zur CWL
600g         @250mm          158mm

(Die Schwertlänge ist immer UK-Rumpf zu UK-Blei gemessen.)

Wenn man die Werte etwas genauer betrachtet kann man fest stellen das bei den 300mm langen Schwertern 50g mehr im Bleigewicht den Systemschwerpunkt lediglich um 8mm nach unten drückt. -muss sagen das hat mich schon verwundert .. hätte mit etwas mehr gerechnet :-) 
Wenn man nun das 600g @300mm und das 600g @350mm betrachtet kann man ausrechnen das 10mm Schwertlänge den Systemschwerpunkt um 6,4mm verändern.
Wohl gemerkt bezogen auf 300mm - 350mm Länge, bei kürzeren Schwertern wird es entsprechend weniger sein (Hebel ist kürzer)

Fazit .. was bringt's?

Wenn ich mir das alles anschaue bin ich geneigt zu sagen das es (bezogen auf den Systemschwerpunkt) viel sinnvoller erscheint das Schwert ein paar cm länger zu machen (anstatt gleich mehr Gewicht dran zu hängen) um von einem 'mehr' an Stabilität zu profitieren.
Erkennen kann man das z.B. an dem 510g@280 auf der #13 gegen das 600g@250 auf der #1. Das Gewicht ist 90g! leichter und dafür das Schwert lediglich 30mm länger es kommt aber trotzdem ein vergleichbarer / leicht besserer Systemschwerpunkt dabei heraus!
Natürlich ist diese Betrachtung bis hierhin sehr einseitig und vernachlässigt die bei einem längeren Schwert grössere benetzte Fläche sowie die grössere Stirnfläche/Widerstand. Beides Sachen die gegen ein (zu) langes Schwert sprechen. Bezogen auf das obige Beispiel kann ich mir aber nicht vorstellen das ein 30mm längeres Schwert so viel mehr an Widerstand erzeugt das es die 90g Gewichtsvorteil auffrisst..? -Praxiserprobung steht aber noch aus .. bin gespannt :-)
Im Endeffekt wird es wieder darauf ankommen den besten Kompromiss zwischen Schwert- Länge & Gewicht im Verhältnis zur Besegelung und den vorherrschenden Wind- & Wellenbedingungen zu finden.   -Viel Spass dabei :-)

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