Freitag, 15. Juli 2011

Bau von Riggbeschlägen

Ich bin nach weiteren Infos & Bildern zur Herstellung meiner Riggbeschläge gefragt worden.
Also gut, habe mal ein paar Fotos zusammengesucht .. und los geht's hiermit ..
Damit fing alles an .. 

Meine 1. Form für einen kugelgelagerten - Axialbaumbeschlag war noch ganz einfach wie man es auch von diversen anderen Herstellern kennt. Diesen einfachen Glasbeschlag bin ich sogar ein paar Monate gefahren und er hat immer perfekt funktioniert, aber gefallen hat er mir nicht :-)



Hier mal 2 Formen im geschlossenen Zustand und was daraus werden kann

Meine Formen bestehen bisher immer aus MDF (Mitteldichte FeinSpanplatte)
Der Aufbau ist dabei recht simpel:
- beide Formhälften zusammenspannen und verstiften
- hochkant auf der Ständerbohrmaschine den gewünschten Durchmesser bohren so das in jeder Formhälfte die halbe Bohrung ist  -Das kann auch mal in die Hose gehen und die Bohrung wird nicht mittig oder verläuft dann unten-
- an der Stelle wo sich die beiden Laminathälften verbinden sollen die Materialstärke ausfräsen
Das war's im wesentlichen auch schon.

Beispiel:
Für einen Baumbeschlag nehme ich einen 10mm Dorn für den späteren Lagersitz.
Als Materialstärke für das Laminat rechne ich mit 0,5mm pro Seite.
Also muss ich 11mm Bohren und auf jeder Seite hinten 0,5mm für die Verbindungsstelle wegfräsen.

Diverse Teile und Formen - daraus lässt sich so einiges machen

Laminiert wird immer auf Folie (einfach Geschenk oder Blumenfolie aus dem Supermarkt .. aber Vorsicht die meisten Folien trennen nur auf einer Seite gut! -vorher probieren) Das ergibt eine zwar glänzende aber bedingt durch das MDF leicht narbige Oberfläche die mir persönlich ganz gut gefällt. Der Dorn muss natürlich gut mit Trennmittel behandelt werden .. sonst geht der nimmer raus :-)
Die ersten Teile hab ich einfach über Kohlerohre Laminiert .. das geht schonmal ist aber nicht ideal weil sie meist nicht sehr masshaltig aber dafür sehr unrund sind. Ausserdem zerstört man sie leicht beim entformen. Inzwischen verwende ich hier nur noch geschliffene Stahldorne, die sind perfekt rund,  masshaltig und habe eine sehr gute Oberfläche. Das alles hilft beim späteren entformen und die Lager sitzen dann auch perfekt.

Das ist z.Z. die aktuelle Form (3. Version)

Die ersten Beschläge waren einfach nur in Glas laminiert, sieht natürlich nicht so doll aus .. funktioniert aber genauso. Mit eingefärbtem Harz kann man aber auch mit Glas schöne Beschläge zaubern. Ich verwende z.Z. aber nur noch Silverline Gewebe (Foto oben: mit leicht schwarz eingefärbtem Harz sieht das sehr edel aus) oder gleich Kohlegewebe.

Das ganze mal liegend in Kohle 

Von der Festigkeit her ist Kohlefaser zwar nicht nötig .. aber es sieht natürlich so richtig schön schnell aus :-)
So ich denke das Prinzip ist klar .. wie ich den aktuellen Baumbeschlag mit der offenen Gabel mache dürft Ihr selber austüfteln ;-)

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